RIGA

Einen Blick nach rechts und es erscheint das abendliche Panorama der beleuchteten Straßen von Bremen. Ich saß mal wieder weit über dem Meeresspiegel im Sitz von Ryanair. Diesmal sogar recht gemütlich, da ich dank eines klugen Tausches einen Platz am Notausgang mit deutlich mehr Beinfreiheit bekam. Gott bewahre, dass ich diesen Notausgang eines Tages mal benutzen muss. Für dieses Wochenende stand ein kurzer Besuch in in Riga, Perle des Baltikums und Hauptstadt von Lettland an. Das Ganze resultierte aus einem feucht fröhlichem Abend auf dem Weihnachtsmarkt des vergangenen Jahres mit zwei Freunden und der Erkenntnis, dass wir doch mal wieder zusammen etwas unternehmen müssen. Die Option Dublin war im Januar zu teuer und so entschied der etwa sechste Glühwein: Riga!

Am Freitag ging es also los nach Bremen, um dann mit der irischen Billigairline in Richtung Baltikum aufzubrechen. Wie immer ziemlich unspektakulär verging der etwa eine Stunde 45 lange Flug auch echt fix. Mit dem Bus ging es dann für zwei Euro vom Flughafen in die Altstadt. Hier war unsere Unterkunft, das "Rixwell Old Riga" Hotel. Wirklich gut gelegen, zwar etwas teurer, aber bei einem Wochenendausflug ist mir persönlich die Lage des Hotels deutlich wichtiger, als der Preis. 

Nach dem Check-In machten wir uns auf einen kleinen Spaziergang durch die verschneiten Gassen, die um unser Hotel lagen. Nachdem wir dann noch die Qualität der örtlichen Biergastronomie antesteten, ging es für den Abend wieder ins Hotel, um den morgigen Tag früh angehen zu können.

Nach dem Frühstück im Hotel ging es dann für uns zum Zentralmarkt von Riga. Der Zentralmarkt ist der größte Lebensmittelmarkt in Lettland und galt in den 1930er Jahren auch als der modernste Markt Europas. Hier sind in den verschiedenen zusammenhängenden Hallen neben Gemüse-, Milchprodukt-, Fisch- und Fleischhändlern auch einige Fressbuden zu finden. Etwas verstörend sind hierbei die Fische, die meist einfach aus den Wasserbecken hinter den Ständen geholt und auf das Eis in den Verkaufsständen geworfen werden. Natürlich ersticken die armen Tiere dann auf dem Eis, zappelten aber noch eine ganze Weile rum. Wir entschieden uns dann dazu noch ein Bierchen auf dem Markt zu trinken, bevor es wieder in Richtung Altstadt ging. Übrigens kamen wir ohne große Planungen her, was sich als sehr entspannt rausstellte, da so oder so alles, was es zu sehen gab, zu Fuß zu erreichen war. Und nebenbei konnten wir die knappen drei Tage so ganz entspannt angehen lassen. Da wir bei Ankunft am Flughafen direkt bei der 1 Liter Havana Flasche im Duty Free zugriffen und es hier in Lettland praktischerweise Coca Cola in der „Lime“ Edition gibt, ging es nach einem kurzen Snack im Hesburger und einem Stop im Supermarkt zur Besorgung von Bier wieder ins Hotel. So wurde der Mittag damit verbracht, sich im Hotelzimmer gut volllaufen zu lassen.

Als uns der Treibstoff langsam ausging und der Magen sich wieder meldete, zog es uns wieder in die Stadt zurück. Am Vorabend wollten wir schon im Rozengrāls essen gehen, einem Restaurant welches im Mittelalterstil gehalten ist und auch ein dementsprechendes Angebot hat. Da es aber am Abend schon geschlossen war, holten wir das Ganze nun nach. Eine riesige Portion Linsen, dazu Dinkel (?) und ein halber Hahn wurde mir aufgetischt. Ich war begeistert! Sah super aus und war auch sehr lecker, kann also nur empfohlen werden! Wieder draußen gab es noch ein Bier im Pub, welches auf dem Weg in Richtung Hotel lag. 

 

Wieder im Hotel machten wir dann die freudige Entdeckung, dass die Hotelbar ausnahmsweise mal gut besucht war. Also machten wir uns eben etwas frisch und schon ging es wieder nach unten. In der Hotelbar wurde dann zusammen mit einer finnischen Metalband, welche am Vorabend in Riga einen Auftritt hatte, noch jede Menge Bier und Cocktails verhaftet, bevor es zusammen mit den neuen Trinkkumpanen los in die nächste Bar ging. Diese stellte sich dann als Karaokebar heraus und so wurde der Abend dann feuchtfröhlich mit viel Singsang verbracht. An den Rest kann ich mich (zum Glück) eh nicht erinnern.

Der Sonntag wurde dann zum größten Teil mit ausnüchtern und Katerüberwindung verbracht. Frische Luft, Bewegung und jede Menge Essen halfen dabei ganz gut. 

 

Tags darauf ging es dann schon wieder heim. Da der Flieger aber erst Abends abheben sollte, gingen wir nach dem Auschecken noch in das Radisson Blue Hotel. Dieses hat eine Bar im obersten Stockwerk, von dem man quasi die gesamte Stadt überblicken konnte. Das Wetter zeigte sich heute auch von einer etwas anderen Seite. Es war deutlich windiger als an den Vortagen und es setzte ein dichtes Schneetreiben ein, welches bis zu unserem Abflug auch nicht mehr aufhören sollte. Perfekt, um noch ein paar letzte Fotos vom verschneiten Riga zu schießen. Danach ging es dann auch wieder für zwei Euro in den Bus zum Flughafen und zurück nach good old germany. Fazit: Riga lohnt sich absolut! Irgendwann komm ich wieder, wenn es etwas wärmer ist.