Baku

Baku, Aserbaidschan – Europa League Finale am Kaspischen Meer

Im Februar bewarb ich mich, wie jedes Jahr, auf der UEFA Seite auf jeweils ein Ticket für das Europa League und das Champions League Finale. Als im März dann die Bestätigung für das EL Finale folgte, war die Aufregung recht groß, stand ja mit Eintracht Frankfurt ein durchaus attraktiver deutscher Vertreter noch mitten im Kampf um das Finale. Damals konnte man allerdings noch nicht voraussagen, wie weit die Reise gehen sollte. Als die Eintracht dann ins Halbfinale einzog, buchte ich Flug und Hotel, da ich befürchtete, dass, je konkreter die Finalisten wurden, auch die Preise steigen würden. Die Auswahl des Hotels war dabei deutlich einfacher als die des Fluges. Ich entschied mich letztlich für die etwas teurere Variante, den Direktflug mit Azerbaijan Airlines von Berlin Tegel, da ich keine Lust hatte auf einen Umstieg in Istanbul. Die günstigste Variante war hier von Sonntag auf Sonntag in Baku zu bleiben. Was bei den Unterkunftspreisen auch kein Problem darstellte. Als Unterkunft wählte ich das Crossway Hotel, welches zwar etwas außerhalb lag, preislich dafür aber zu überzeugen wusste.

 

Als es also kein Zurück mehr gab, schied die Eintracht höchst unglücklich im Halbfinale aus und mir stand das (Vorsicht Ironie) extrem spannende englische Finale zwischen Chelsea und Arsenal aus London bevor. Ich bin zwar bekennender Fan der englischen Fußball- und Fankultur, dennoch sollten also zwei Mannschaften aufeinander treffen, für die ich beide absolut keine großartigen Sympathien empfinden konnte. Bevor ich aber vom Erlebten berichten möchte, möchte ich noch kurz auf die Problematik des Finalortes eingehen.

Als ich mich auf die Karte bewarb, dachte ich ehrlich gesagt nicht groß über den Ort des Geschehens nach. Baku und Aserbaidschan waren damals ein unbeschriebenes Blatt und allenfalls durch den Eurovision Song Contest oder Qualifikationsspiele der Nationalmannschaft bekannt. Da ich aber ja generell offen allen Orten dieser Erde gegenüber bin, wollte ich die Gelegenheit nutzen und den Länderpunkt machen. Normalerweise informiere ich mich vor Reisen auch immer intensiv über die Gegebenheiten vor Ort, was ich diesmal nicht machte und natürlich direkt bereute. Dass das Finale der Europa League nicht in Europa, sondern in Vorderasien stattfindet, klingt erst mal befremdlich. Ergibt aber insofern Sinn, da Aserbaidschan auch Mitglied der UEFA ist und dadurch regelmäßig an der Qualifikation zur Europameisterschaft teilnimmt. Außerdem finden in Baku bei der EM 2020 drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale statt. Grundsätzlich also durchaus nachzuvollziehen. Die eigentliche Problematik stellt sich dann aber auf den Nebenschauplätzen dar.

Bevor ich hier allerdings einen Roman verfasse, verlinke ich euch ein paar Artikel des Kicker und Beiträge der Sportschau zu der Thematik unter dem Bericht.*



Sonntag 26.05.2019 – Anreise Berlin nach Baku

 

Nachdem ich mit den beiden groundgourmets (Link unter „Empfehlungen“) am Samstag noch das Aufstiegsspiel von Tasmania Berlin gegen Eintracht Mahlsdorf besuchte, machte ich mich am Sonntagmorgen auf den Weg nach Tegel zum Flughafen. Einchecken, Pass- und Sicherheitskontrolle, alles irgendwann Routine, folgten. Pünktlich um kurz vor 13 Uhr hob die Maschine ab in Richtung Kaspisches Meer. Ich erwischte glücklicherweise einen Platz in der Reihe der Notausgänge. Zwar fehlt dort das Fenster, das tausche ich aber gerne gegen die Beinfreiheit, die man in diesen Reihen hat ein. Dem Flugzeugfraß ging ich wie immer aus dem Weg, probierte dafür aber schon mal das erste „Xirdalan“ Bier. Wusste zu überzeugen. Knappe fünf unspektakuläre Stunden später stand der Blechvogel auch schon auf dem Heydar Aliyev International Airport von Baku. Ähnlich wie in Marrakesch wird man auch hier liebevoll von der Taximafia in Empfang genommen. Diese ließ ich erst mal hinter mir und suchte einen Bankautomaten auf um die ersten Manat zu ergattern. Dieser stand zum Glück einige hundert Meter entfernt. 1 Euro sind umgerechnet etwas weniger als 2 Manat. Man kann die Preise also ungefähr durch zwei rechnen. Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen mit der Metro zu fahren. Da dies aber eine Weile dauern würde und es vor Ort ja nun auch schon etwa 18 Uhr war, wandte ich mich dann doch an einen Taxifahrer, der etwas abseits der anderen gerade seinen Wagen säuberte. Dieser wirkte direkt sympathisch und brachte mich dann auch sehr schnell für 15 Manat ins Zentrum. Hier machte ich es mir noch kurz in einem kleinen benachbarten Park gemütlich, wo ich glücklicherweise Zugriff aufs WLAN hatte. So suchte ich mir einen Bus zum Hotel raus, der nur eine Straße weiter abfuhr.
Die Fahrt kostet, egal wie weit man fährt, 30 Qepik, also nur ca. 16 Cent. Nach 45 Minuten Fahrt kam ich dann am Internationalen Bus Bahnhof an. Hier wartete natürlich schon die nächste, noch aufdringlichere Schar an Taxifahrern auf mich. Glücklicherweise erreichte ich mein Hotel nach etwas Suchen dann doch recht schnell. Nach dem Einchecken musste ich mich erst mal meiner durchgeschwitzten Klamotten entledigen und besorgte dann im nahegelegenen Supermarkt ein paar Snacks und was zu trinken für die Nacht. Da die Sonne schon fast untergegangen und ich ziemlich kaputt war, blieb ich im Hotel und machte es mir vorm Tablet gemütlich.

Montag, 27.05.2019 – Märtyrerfriedhof und Altstadt

Schlafmangel und zwei Stunden Zeitverschiebung führten zu einem ausgiebigem Schlaf, weshalb ich mich erst gegen 12 Uhr auf den Weg zur Bushaltestelle machte. Bus fahren kann in Baku zu einem ziemlichen Abenteuer werden. Neben den modernen Bussen von Bakubus fahren auf einigen Linien noch alte, weiße Blechbüxen. Eine dieser Linien war natürlich die 37, die mein Hotel mit dem Zentrum verbindet. Mindestens genau so originell wie die Busse selbst sind ihre Fahrer. Mit Handy in der linken und Kippe in der rechten Hand reicht es zwar noch mit den Ellenbogen zu Schalten und Frauen anzuhupen, die Türen lassen sich so aber nicht schließen. Das ist aber auch eigentlich ganz gut, so entsteht bei gefühlten 35 Grad nämlich ein netter Luftzug durch den Bus. Erstes Ziel für heute war der Märtyrerfriedhof Şəhidlər Xiyabanı, welcher direkt neben den Flame Towers zu finden ist und einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt und ihre Promenade bietet. Von hier führen dann einige kleinere Treppen runter an die Promenade. Auf dem Weg kommt man unter anderem am United Nations Office vorbei, welches weiträumig von Militärs bewacht wird. Ebenso findet man hier eine kleine Bahn, die einen hoch zu den Flame Towers bringt. Auch diese wird bewacht und es wurde sogar mit „no photo!“ auf meine Kamera, die ich umhängen hatte, reagiert. Unten an der Promenade angekommen trifft man direkt auf „Mini Venedig“. Einem großen Restaurant, umgeben von einer Wasseranlage über die man mit kleinen Gondeln fahren kann. Außerdem befindet sich hier das Teppichmuseum, architektonisch auch sehr sehenswert. Am sogenannten Seaside Boulevard sieht man immer wieder Straßenhunde oder -katzen, die im Schatten der Pflanzen Schutz vor der Mittagshitze suchten. Insgesamt sieht man, gerade in der Altstadt, jede Menge Straßenkatzen, die aber meist einen recht gesunden Eindruck machen und schön ins Stadtbild passen. Ich schlenderte mal so den Boulevard am Wasser entlang und kam nach einigen hundert Metern am von der UEFA aufgebauten Fan Festival an. Zwar war der Eintritt frei, da mir aber auf dem Weg vom Friedhof runter die Kameratasche gerissen war und ich diese die ganze Zeit tragen musste, hatte ich keine Lust durch die Sicherheitskontrolle zu gehen und verschob das ganze auf den nächsten Tag. Stattdessen wandte ich mich an das kleine Restaurant, welches direkt neben dem Eingang zu finden war und gönnte mir ein leckeres Lyulya Kebab und als Nachtisch zwei große Efes Biere. Das ganze kostete knapp 7€, was mehr als in Ordnung war. Von hier aus setzte ich meinen Spaziergang an der Promenade entlang fort. Ich neige ja immer dazu, mein Programm zu schnell durchzuziehen. Da ich ja eine ganze Woche Zeit hatte ließ ich es also ruhig angehen. Von der Promenade ging es durch die Nebenstraßen in Richtung Fəvvarələr Meydanı oder auch Fountains Square genannt. Ein großer Platz auf dem sich neben einigen Restaurants auch logischerweise einige Springbrunnen befinden. Hinter dem Platz befindet sich die deutsche Botschaft im Gebäude eines großen Hotels. Da es erst Nachmittag war, entschied ich mich dazu, der Altstadt doch noch einen Besuch abzustatten. Diese ist quasi das Aushängeschild Bakus in der Welt. Sie wird von einem Festungsring umgeben und besteht aus vielen einzelnen historischen Bauwerken. Darunter die Burg Dschebachan und der Jungfrauenturm „Qız Qalası“. Auch wenn hier alles sauber und hergerichtet ist, bekommt man einen netten Einblick in die Vergangenheit der Stadt außerhalb von Geschäftstürmen und Wohnblocks. Übrigens treffen hier auch islamische, jüdische und christliche Sakralbauten aufeinander. Da ich aber nur einen kurzen ersten Eindruck gesammelt habe, dazu später mehr. Zurück an der Promenade genoss ich noch die kühle Brise und machte mich nach zwei weiteren Efes auf den Weg zurück ins Hotel.

Dienstag, 28.05.2019 – Tag der Unabhängigkeit

Nachdem die Transkaukasische Demokratisch-Föderative Republik im Mai 1918 auseinanderbrach, gründete sich am 28. Mai 1918 die Demokratische Republik Aserbaidschan und beendete damit die 116 Jahre dauernde Fremdherrschaft durch Russland. Aus diesem Grund ist der 28.05. heute als „Tag der Republik“ ein Feiertag in Aserbaidschan. Auch deswegen geriet die Ansetzung des Finals einen Tag später in Kritik. Auf den Straßen merkte man davon relativ wenig. Ich machte mich Vormittags auf den Weg in Richtung Altstadt. Am Rande der Altstadt, in der Nähe vom Parlament, befindet sich ein Platz mit einem Obelisken. Dort werden am Feiertag Blumen niedergelegt und es werden fleißig Fotos geschossen. Leider war hier nicht annähernd so viel los wie ich erwartet hatte. Lediglich 5-10 Leute hatten sich hier versammelt. Vielleicht war ich einfach zur falschen Zeit dort. Von hier aus machte ich mich auf den Weg zum Fan Meeting Point von Arsenal. Da ich keinen großen Plan für den Tag hatte, wollte ich beide FMP mal besuchen und schauen ob schon etwas los war. Arsenals FMP befand sich auf dem großen Qış Parkı, auch Winter Park genannt. Hier war leider noch gar nichts los, deshalb machte ich mich direkt auf den Weg durch die Gassen zum Sahil Bağı, dem FMP für Chelsea. Hier war man gerade am aufbauen der Getränkestände und die Parkbänke wurden neu gestrichen. Ansonsten war auch hier nur wenig los, weshalb ich mich direkt wieder verzog. In Folge dessen lief ich anscheinend direkt in den Konvoi des Präsidenten. Zumindest war plötzlich alles um mich herum abgesperrt, jede Menge Polizei, Militär und schwarze Limousinen rasten an mir vorbei und mir wurde „befohlen“ die Schutzkappe wieder auf meine Kamera anzubringen, da Fotos nicht erlaubt seien. Es wurden sogar teilweise Handys kontrolliert. Zumindest war die Straße nach 15 Minuten wieder frei und ich konnte meinen Spaziergang fortführen. Die Sonne brannte mittlerweile gut auf der Haut, die sich am Tag zuvor schon meldete. Deshalb suchte ich mir ein schattiges Plätzchen an einem Lokal und verhaftete einen durchaus leckeren Döner mit kaltem Softdrink. Das tat wirklich gut und war erneut sehr preiswert. Gegen Nachmittag entschloss ich mich dann, mir das Fan Festival mal genauer anzuschauen. Neben einer großen Bühne, auf der zwei Hampelmänner im Minutentakt erwähnten, dass am nächsten Tag das Europa League Finale stattfinden wird, waren hier jeweils ein Fanshop der Vereine, ein Shop der UEFA und jede Menge Aktivitäten aufgebaut. Tischkicker, Fußballdarts, ein kleiner Fußballplatz und so weiter. Für die Einheimischen sicher ganz cool, gerade die Kids waren natürlich begeistert. Mich persönlich begeisterte hier allerdings nur wenig, weshalb ich mich nach einer kleinen Runde auch direkt wieder nach draußen begab. Das letzte Ziel des Tages war dann das Riesenrad Bakının Gözü. Das 2014 eröffnete „Baku Eye“ ist etwa 60 Meter hoch, befindet sich direkt am Wasser und der Eintritt kostet nur ca. 2,50€. Für mich als bekennender Höhenangstler allerdings nichts. Trotzdem nett anzusehen. Als die Sonne langsam unterging kam auf der Promenade so richtig Leben auf. Unter die vielen Einheimischen mit Nationalflaggen mischten sich auch einige Touristen und auch erste englische Fans hissten in den Bars und Restaurants ihre Fahnen. Außerdem erleuchteten die Flame Towers in den Farben der Nationalflagge, ein toller Anblick. Das Fotomotiv musste natürlich ausgereizt werden. Es folgte ein zweistündiger Heimweg, da mein Bus erst gar nicht und dann sehr schleppend voran kam. Feierabend- und Touriverkehr sei Dank.

Mittwoch, 29.05.2019 – Europa League Finale, FC Chelsea – FC Arsenal

 

Spieltag! Anstoß um 23 Uhr hieß für mich erst mal ausschlafen. Um 14 Uhr machte ich mich auf den Weg in die Stadt. Einen leckeren Cheeseburger mit Pommes und zwei Bier später steuerte ich den Fan Meeting Point von Chelsea an, da dieser um die Ecke war. Auf dem Weg dorthin kam ich an einer Kneipenstraße vorbei, in der sich schon einige Arsenal Anhänger versammelt hatten. Am FMP selbst war wie am Vortag nichts los. Nur vereinzelt standen Fans in Trikots an den Bierständen. Ich versorgte mich selbst mit Bier und suchte mir einen Platz im Schatten. Viel mehr Menschen kamen leider nicht mehr zusammen, weshalb ich mich kurze Zeit später auf den Weg zurück in die Kneipenstraße machte. Dies lohnte sich, denn der Pulk an Arsenalfans vergrößerte sich dermaßen, dass die Straße gesperrt wurde. Das lud natürlich dazu ein, ein wenig zu verweilen. Ich suchte mir ein kleines Pub am Rand, stellte mich mit meinem Bier draußen an den Tisch und beobachtete das Geschehen. Die Stimmung war gut, allerdings lockten die Gesänge auch eine Menge anderer Touristen an, die mit ihren Handys etwas nervten. Die Stunden bis zum Spiel verbrachte ich hier also mit Schnacken und Bier trinken. Zwei Arsenal Fans aus Australien waren völlig erstaunt, dass ich als Deutscher extra für das Spiel angereist bin. Das konnte ich natürlich nur zurückgeben. Zusammen mit drei gut betankten Engländern ging's dann mit dem Taxi zum Nationalstadion von Baku. Etwa eine Stunde vor Anpfiff betrat ich das weite Rund. Von außen ähnelt es durch das rote Leuchten der Arena des FC Bayern. Erst 2015 eröffnet, bietet die Arena knapp 70.000 Menschen Platz. Diese Zahl wurde heute erwartungsgemäß nicht annähernd erreicht. Die offizielle Zuschauerzahl gibt 51.370 an, was allerdings etwas hochgegriffen wirkt. Im Nachgang des Spiels wurde sogar davon berichtet, dass kurz nach Anpfiff Leute umsonst reingelassen wurden, weil den Verantwortlichen die Ränge zu leer waren. Es sei ihnen gegönnt, hat aber in Anbetracht der hohen Ticketpreise einen faden Beigeschmack. Ich persönlich hatte die günstigste Kategorie gewählt und einen super Blick auf Stadion und Spielfeld, kann mich also nicht beklagen. Die Stimmung im Stadion war dementsprechend auch kaum nennenswert. Beide Vereine haben ja nur 6000 Karten bekommen, was sich auch auf die Fanblöcke auswirkte. Vereinzelte Gesänge setzten sich nicht wirklich durch. Das Spiel selbst konnte man sich dabei eigentlich ganz gut anschauen. Chelsea dominierte quasi die komplette Partie und gewann verdient mit 4:1. Alles ziemlich unspektakulär. Nach dem Abpfiff schaute ich mir noch die Siegerehrung an und suchte mir dann ein Taxi, das ich mich zurück zum Hotel brachte. Um 3 Uhr lag ich dann schließlich im Bett. Bilder zum Spiel findet ihr übrigens links in der Rubrik „Groundhopping“.

 

Donnerstag 30.05.2019 & Freitag, 31.05.2019 – Hitze in der Altstadt

Den Donnerstag machte ich zum Ruhetag. Weil ich erst gegen 13 Uhr und mit dickem Schädel aufwachte, bewegte ich mich nur im Umkreis meines Hotels. Ich spazierte durch das angrenzende „Baku Outlet Center“, einem großen Einkaufszentrum in dem gefühlt 90% der Ladenfläche leer steht. Dann besorgte ich neues Wasser für's Hotel und futterte noch einen leckeren Döner und begab mich zurück ins Hotelbett. Am nächsten Tag, in neuer alter Frische, wollte ich mir nochmal den Blick auf die Stadt vom Märtyrerfriedhof Şəhidlər Xiyabanı ansehen. Das Wetter war nämlich deutlich besser und ich wollte noch ein paar Fotos und Aufnahmen machen. Es folgte ein ausgiebiger Stadtspaziergang bei wolkenlosem Himmel und knallender Sonne. Ein bisschen Bräune kann ja auch nicht schaden. Angekommen in der Altstadt zeigte das Thermometer 34 Grad, was sich in der Sonne deutlich wärmer anfühlte. Glücklicherweise kam zwischendurch immer mal wieder eine frische Brise vom nahegelegenen Meer vorbei. In der Stadt selbst merkte man, dass viele Touristen nach dem Finale abgereist waren. Deutlich weniger Menschen waren unterwegs als in den Tagen zuvor. Ich ließ den Tag in einer kleinen Kneipe bei einigen Efes Draft ausklingen und fuhr nach Einbruch der Dunkelheit mit dem Bus zurück ins Hotel.

Samstag, 01.06.2019 & Sonntag, 02.06.2019 – Ein echter Touri & Abreise

 

Und schon war auch schon Samstag. Der letzte Tag für mich in Baku. Alles was ich ich mir vorgenommen hatte, hatte ich abgehakt. Deshalb gönnte ich mir einen Tag Entspannung. Ein letztes Mal brachte mich der Bus 37 vor die Tore der Altstadt. Hier mussten noch ein paar Mitbringsel für die Familie besorgt werden. Den Rest des Tages verbrachte ich ausschließlich in der Sonne und an der Promenade. Einfach mal die Seele baumeln lassen und die strapazierten Füße schonen. Gegen 17 Uhr machte ich mich schon wieder auf den Weg ins Hotel. Da am Abend das Champions League Finale anstand, wollte ich noch etwas vorschlafen. Denn auch diesmal war ja wieder Anstoß um 23 Uhr. Und da mein Heimflug am Sonntagmorgen um 7 Uhr schon starten sollte, klingelte der Wecker um 3.30 Uhr. Viel Zeit blieb also dazwischen nicht. Ich aß noch etwas im Hotel, bestellte mir ein Taxi für den Morgen und bereitete meinen Koffer vor, den ich diesmal dabei hatte. Glücklicherweise konnte ich das Finale dann im Zimmer im Russischen Free TV schauen. Das war in Deutschland ja nicht möglich und ich musste mich nicht in die Hotellobby oder eine Kneipe bewegen.

Zwei Stunden Schlaf später klingelte der Wecker auch schon. Das Taxi stand quasi schon bereit und pünktlich um kurz vor 5 Stand ich am Check In von Azerbaijan Airlines. Den Flug brachte ich dann auch hinter mich, so dass ich um kurz vor 10 Ortszeit wieder auf Berliner Boden stand. Per ICE, der natürlich wieder ausgebucht war, führte mich mein Weg über Hannover und Bremen wieder nach Oldenburg, wo diese Reise endete.

 

Ein kleines Fazit:
Ich hab vor dieser Reise einiges über Baku gelesen. Dabei kamen die verschiedensten Meinungen zutage. Ich persönlich habe sowohl das sterile und protzige Baku erlebt, als auch etwas herunter gekommene Gegenden. Baku hat auf jeden Fall deutlich mehr zu bieten als eine blitze blanke Altstadt, teure Autos und Protzbauten. Viele nette Menschen, preiswertes, leckeres Essen und einige schöne Parks. Mir hat es sehr gut gefallen und ich kann die Stadt durchaus empfehlen.

 

 

 

 


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https://www.kicker.de/749529/artikel/wie-das-europa-league-finale-in-baku-landete
https://www.kicker.de/749428/artikel/arsenal-kritisiert-uefa-entscheidung-fuer-baku-scharf
https://www.kicker.de/749415/artikel/leere-plaetze-in-baku_uefa-veraergert-fans-doppelt
https://www.kicker.de/749781/artikel/sicherheitsbedenken_arsenal-ohne-mkhitaryan-nach-baku

 

https://www.youtube.com/watch?v=xewnBz9c8Bo&t=1s