Top 5 - Reiseziele

Zunächst sei gesagt: Ich hatte so meine Schwierigkeiten mit der Auswahl. Das kann wohl jeder nachempfinden. Natürlich hängt diese subjektive Entscheidung auch immer vom Aufenthalt vor Ort ab. Wie war das Wetter, wie lange war man vor Ort, was hat man erlebt. Denkwürdige Urlaube rücken natürlich auch den Ort, an dem man sie verbracht hat, in ein anderes Licht. Ich konnte mich letztlich zumindest auf einige für mich wichtige Kriterien besinnen und daraufhin fünf Orte auswählen.


Platz 5:

Mostar, Bosnien-Herzegowina
 

Vor fast 30 Jahren noch blutiger Schauplatz des Jugoslawienkrieges und heute trotzdem ein beliebtes Ziel für viele Touristen aus aller Welt. Mostars Stadtbild vereint nicht nur Religionen, sondern auch Dekaden. Denn man sieht hier nicht nur Kirchen und Moscheen, sondern auch heute noch einige Gebäude, die vom Krieg nicht verschont geblieben sind und bis heute (leer-)stehen. Durch den Fluss „Neretva“ getrennt, teilt sich die Stadt in eine muslimisch und eine kroatisch geprägte Seite. Die berühmteste Verbindung dieser beiden Stadtteile stellt die „Stari Most“ dar. Die Brücke, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, verbindet die berühmten kleinen Gassen der Altstadt. In der Mittagssonne sitzen und mit Blick auf die überfüllte Brücke einen bosnischen Kaffee und eine große Portion Cevapi genießen. Das Leben kann wirklich schön sein!


Platz 4:
Tokyo, Japan

 

Auf Platz 4 befindet sich eine der größten Metropolen der Welt. Und die größte in der ich, zum Zeitpunkt dieses Geschreibsels, bisher war. Über 9 Millionen Menschen in der Stadt und fast 39 Millionen Menschen in der Metropolregion. Wer die Ruhe vom Alltag sucht ist in Tokyo mit Sicherheit falsch aufgehoben. Aber wer sucht das schon? Japans Hauptstadt hat viel mehr zu bieten. Jeder Bezirk hat seinen eigenen Charakter. Steigt man beispielsweise in Akihabara an der Station aus, steht man direkt im Paradies für alle Anime- und Manga-Fans. Reizüberflutung vorprogrammiert! Eines findet man in Tokyo allerdings so ziemlich überall: Gutes Essen. Ob Sushi, Reis, Burger oder Nudeln. Alles schmeckt hier irgendwie besser. Wer allerdings die traditionelle Seite Japans sucht, wird hier nur schwer fündig. Tempel und Schreine gibt es jede Menge. Allerdings gehen diese leider in den Häuserschluchten etwas unter. Deshalb empfehle ich, aus eigener Erfahrung, die Weiterreise ins zum Beispiel kleine Kyoto. Genau deswegen reicht für Tokyo nur Platz 4.


Platz 3:

Lissabon, Portugal

 

 An der Atlantikküste, im Südwesten Europas, liegt Lissabon. Ein Klassiker auf allen Bucketlisten. Was soll man groß zu Lissabon erzählen? Der Aufbau der Stadt ist wunderschön. Enge Gassen, typische Fliesenfassaden und die kultigen gelben Straßenbahnen geben der Innenstadt einen ganz eigenen Charme. Außerdem gibt es gutes Essen, natürlich sind die Delikatessen der Meere hier sehr hervorzuheben. Leider ist Lissabon auch genau aus diesen Gründen von Touristen überlaufen, die zwangsläufig auch viele Dealer, Diebe und Betrüger anziehen. Das sollte in der Nebensaison allerdings ein eher kleines Problem sein, für reiseerfahrene Leser sowieso. Trotzdem muss sich Lissabon aus genannten Gründen mit Platz 3 zufrieden geben.


Platz 2:
Budapest, Ungarn

 

 Wer die Hauptstadt Ungarns schon besucht hat, der wird verstehen, warum sie ihren Platz weit oben (oder unten?) in dieser Auflistung findet. Ebenso wie Lissabon ist Budapest mittlerweile eine Stadt, die in jedem guten Reiseführer empfohlen wird. Über die Donau erreichen jährlich tausende Kreuzfahrer die Stadt, was sich an manchen Tagen am Ufer auch bemerkbar macht. Trotzdem habe ich Budapest nicht unangenehm überfüllt erlebt. Und das, obwohl ich im Sommer bei bestem Wetter vor Ort war. Zugegebenermaßen waren wir nur bei wenigen Sehenswürdigkeiten, an denen sich der Andrang aber auch in überschaubaren Grenzen hielt. Und auch für Budapest gilt: Lecker Essen und vor allem freundliche Menschen. Gulasch und Bier, das überzeugt mich einfach.


Platz 1:
Großbritannien

 

 Ich, als alter Fan der britischen (Fußball-)Kultur, kann mich natürlich wieder nicht entscheiden. Deswegen geht Platz 1 weder an Edinburgh noch an London. Sondern in diesem Fall irgendwie an beide. Fußball ohne Ende, die Pubs um die Mittagszeit schon voll, Fish&Chips und English Breakfast. Wenn die Insulaner noch an ihrer Bierkultur arbeiten, dann werden die mich drüben nicht mehr los. Und auch wenn Engländer und Schotten sich nicht mögen. Ich mag beide und möchte mich auch nicht zwischen beiden entscheiden. Deshalb geht die Goldmedaille an Great Britain!


Top 5 - Besuchte Stadien


5. Griffin Park

Stadt: Brentford, London

Besuchtes Spiel: Brentford FC – Birmingham City

Datum: 02.10.2018

 

Platz Fünf in dieser Liste geht an den Griffin Park. Die ehemalige Heimspielstätte des Brentford FC wurde 1904 auf dem Gelände einer Brauerei errichtet und ist nach dessen Markenlogo benannt. Außerdem liegt das Stadion in der Einflugschneise des Heathrow Airport, weshalb die Stadiondächer als Werbefläche vermarktet werden. Klingt alles nicht wirklich romantisch. Doch wer einmal da war, erlebt die volle Packung englischer Fußballromantik. Mitten im Wohnblock eingebettet macht sich das kleine Schmuckstück erst durch die Flutlichtmasten zwischen den Häusern bemerkbar. Klapprige, alte Stahlbauten als Tribünen und gefühlt weniger als einen Meter Abstand zwischen Tribüne und Rasen. Es riecht nach Fußball im Griffin Park. Leider sind die Tage auch für diesen schicken, kleinen Ground gezählt. Im Sommer 2020 zieht der Brentford FC in ein neues Stadion um.

Den Bericht zum Besuch findet Ihr hier:


4. Anfield

Stadt: Liverpool

Besuchtes Spiel: FC Liverpool – KRC Genk

Datum: 05.11.2019

 

Was soll man zu Anfield groß sagen? Eines der wohl bekanntesten und beliebtesten Fußballstadien der Welt und Heimat des Champions League Siegers von 2019, FC Liverpool. Kurios ist allerdings die Geschichte des altehrwürdigen Grounds. Denn das 1884 entstandene Anfield beheimatete eigentlich den Lokalrivalen Everton FC. Doch nach heftigen Differenzen um die Eigentumsverhältnisse zogen die „Toffees“ um, in ihren Goodison Park. Die Eigentümer von Anfield gründeten daraufhin den Liverpool FC, damit ihr Stadion nicht ungenutzt bleibt. Heute fasst das Stadion 54.074 Menschen und ist dank des momentanen Aufschwungs des Reds regelmäßig ausverkauft. Wichtig zu erwähnen ist hier auch die Tribüne „The Kop“. Denn der Legende nach entstanden hier um 1967 herum die ersten Fangesänge. Schon 1964 wurden in einer BBC Sendung Aufnahmen gezeigt, wie Liverpooler Fans nicht nur Songs der Beatles sangen, sondern auch das bis heute in vielen Stadien der Welt übliche „You'll never walk alone“ zum Besten gaben. Im Jahr 1996 war Anfield auch einer der Spielorte der Europameisterschaft. Neben Fußball wird hier auch regelmäßig Rugby gespielt. Leider zeigt sich natürlich auch hier die Auswirkung des modernen Fußballs und so vermittelt das Stadioninnere leider kaum noch Fußballfeeling. Moderne Tribünenaufgänge und Rolltreppen haben eher etwas von Shopping Center Atmosphäre. Trotzdem hat sich der Besuch gelohnt.

Fotos vom Besuch findet Ihr hier:


3. Stadio Giuseppe Meazza

Stadt: Mailand

Besuchtes Spiel: AC Milan – Inter Mailand

Datum: 04.04.2018

 

Im Mailänder Stadtteil „San Siro“ befindet sich ein Stück Fußballgeschichte. Denn das „Stadio Giuseppe Meazza“ ist nicht nur die Heimat der beiden Rivalen Inter Mailand und AC Mailand. Als größtes Fußballstadion Italiens fanden hier neben legendären Finalspielen des Europapokals der Landesmeister auch Spiele in Europa- und Weltmeisterschaft sowie der Champions League statt. Unvergessen dabei der Champions League Sieg des FC Bayern gegen den FC Valencia im Jahr 2001 und natürlich der Triumph der deutschen Nationalmannschaft über Argentinien 1990. Wahrscheinlich jeder Fußballfan kennt dieses legendäre Stadion im Norden Italiens. Wirklich ein riesiges Bauwerk, welches von außen nicht nur durch seine Türme, die als Aufgänge zu den Tribünen dienen, sondern auch die Dachkonstruktion bestehend aus Glas und Stahl besticht. Fraglich ist die Zukunft des Fußballtempels, denn beide Mailänder Vereine einigten sich im Jahr 2019 auf einen Neubau.

Den Bericht zum Besuch und der Reise nach Norditalien findet Ihr hier:


2. Goodison Park

Stadt: Liverpool

Besuchtes Spiel: Everton FC – Tottenham Hotspur

Datum: 03.11.2019

 

In direkter Umgebung zur Anfield Road befindet sich auch das Stadion des Stadtrivalen Everton FC. Auch „The Grand Old Lady“ genannt, ist der Goodison Park wie sein Nachbar ein reines Fußballstadion, in dem heute 39.571 Zuschauer Platz finden. Bereits im Jahr 1892 eröffnet, besticht der alte Ground auch heute noch durch vier voneinander getrennte, unterschiedliche Tribünen. Besonders angetan hat mir dabei die „Bullens Road Stand“. Von meinem Platz auf dem steilen „Top Balcony“ hatte ich einen schönen Blick auf die Tribüne, die auf engem Raum sowohl Oberrang als auch Unterrang vereint. Allgemein ist der Stadioninnenraum sehr eng und urig, was einem fernab von modernen Arenen noch eine traditionelle Seite des englischen Fußballs zeigt. Gerade für einen Fan der englischen Fußball- und Stadionkultur ein wahrer Schatz. Allerdings bestehen auch beim Everton Football Club konkrete Pläne für einen Stadionneubau. Zum Beginn der Saison 2023/24 möchte der Verein umziehen. Wer sich die „Grand Old Lady“ also noch anschauen möchte, sollte sich beeilen.

Fotos vom Besuch findet Ihr hier:


1. Stadio Luigi Ferraris

Stadt: Genua

Besuchtes Spiel: Sampdoria Genua – CFC Genua

Datum: 07.04.2018

 

Auf Platz Eins meiner bisher besuchten Stadien steht das 1911 eröffnete Stadio Luigi Ferraris in Genua. Nach Renovierungen in den Jahren 1989 und 2015 fasst es heute 36.599 Zuschauer. Gleich zwei Vereine teilen sich das Stadion als Heimspielstätte, nämlich der CFC Genua und Sampdoria Genua. Außerdem wurden hier bei den Weltmeisterschaften in den Jahren 1934 und 1990 fünf Spiele absolviert. Das Stadion liegt in einer Häuserschlucht, umgeben von mehrstöckigen Wohnhäusern, direkt am Fluss Bisagno. Die markanten Merkmale des Stadions sind die vier Türme an den Ecken, in denen das Flutlicht verbaut ist. Außerdem tragen diese die Dachkonstruktion und teilen das Stadion in vier verschiedene Tribünen ein. Die schöne Architektur, der Standort am Fluss und die direkte Umgebung lassen dieses Stadion nicht nur von außen als einen magischen Fußballtempel wirken. Natürlich suchte ich mir für einen Besuch direkt das „Derby della Lanterna“ aus, das direkte Duell zwischen dem CFC Genua und Sampdoria. Ein einmaliges Erlebnis.

Den Bericht zum Besuch und der Reise nach Norditalien findet Ihr hier: